Geschichte & Kurzportrait: Immenstaad

Seitenbereiche

Hauptbereich

Immenstaad - 925 Jahre lebendige Geschichte

Im Jahre 1094 schenkte Herzog Welf IV. von Bayern dem Kloster Weingarten bedeutende Güter in Immenstaad an der Seestraße West. Dies ist nach heutiger Überlieferung die offizielle Geburststunde der Gemeinde, sodass 2019 das 925-jährige Bestehen Immenstaad gefeiert werden konnte. Tatsächlich finden sich jedoch bereits aus der Pfahlbau- und Bronzezeit erste Spuren der Besiedlung, auch Hügelgräber. Wohl um 600 bis 700 n.Chr. gründeten Alemannen den Ort, dessen Name am besten mit "Landestelle [Staad] des Immo" gedeutet wird. Die Herrschaftsrechte über den Ort und seine Umgebung waren überaus zersplittert. Im Laufe der Jahrhunderte hatten Anteile daran die Ritter von Helmsdorf, die Grafen von Heiligenberg (denen 1534 Fürstenberg nachfolgte), die Schenken von Ittendorf, die Reichsstadt Überlingen, die Grafen von Montfort-Tettnang, die Deutschordenskommende Mainau, die Klöster Salem, Einsiedeln, Ochsenhausen, Weingarten und Habsthal, sowie Joseph Freiherr v. Laßberg.

Das heutige Gebiet der Gemeinde (921 ha) hatte noch 1778 sechs verschiedene Herren. Meist auswärtige Klöster besaßen rund ein Viertel der Fläche, vor allem Weinberge, und bezogen Zehnten und Grundzinsen von den Einwohnern. Der Ortskern war 500 Jahre lang dreigeteilt: im 18. Jahrhundert regierte Fürstenberg im östlichen Teil (ab dem "Adler"), der mittlere, größte Teil gehörte seit 1500 zur Mainau, der Westen (ab Wattgraben) zum Kloster Weingarten. Erst 1779 und 1783 erwarben die Fürstenberger den gesamten Ort, der dann im Jahr 1806 badischer Grenzort wurde. Trotz aller Fremdherrschaft war die bäuerliche Selbstverwaltung sehr ausgeprägt: Ein jährlich gewählter Dorfmeister und ein Säckelmeister standen an der Spitze eines 24-köpfigen Gemeinderats. Die Bürger wählten bis 1807 ihren Pfarrer und zwei Kapläne, sie rangen den Herren von Helmsdorfer eine Satzung ("Öffnung") ab, waren frei von der Leibeigenschaft - eine Seltenheit in damaliger Zeit - und besaßen die meisten Grundstücke als freies Eigentum. 

Im Jahr 1972 erfolgte die Eingliederung von Kippenhausen, Frenkenbach und Kirchberg. Der Weinbau war lange Jahre die wirtschaftliche Grundlage der Immenstaader Bevölkerung. In neuerer Zeit dominieren vor allem der Obstbau sowie beachtliche Handwerks- und Gewerbebetriebe. Die Ansiedlung der Dornier-Werke im Jahr 1958 und der Fremdenverkehr bestimmten die Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Die Einwohnerzahl stieg von 860 im Jahre 1900 auf heute über 6600. 

Bevölkerungszahl

Die Einwohnerzahl Immenstaads betrug zum 01.01.2020 6.600 Einwohner. Weitere statistische Daten/ Zahlen über Immenstaad am Bodensee finden Sie auch in der Struktur- und Regionaldatenbank beim Statistischen Landesamt.