Füchse in unserer Gemeinde
Füchse gehören heute vielerorts zum Ortsbild und werden immer häufiger auch in Wohngebieten beobachtet. Während sich manche Menschen über ihren Anblick freuen, sind andere verunsichert. Mit diesen Informationen möchten wir über das Verhalten der Tiere aufklären und Hinweise für ein konfliktfreies Zusammenleben geben.
Füchse suchen die Nähe des Menschen nicht gezielt. Angelockt werden sie vor allem durch leicht zugängliche Nahrungsquellen wie Kompost, Tierfutter oder Essensreste. Werden sie regelmäßig gefüttert, verlieren sie ihre natürliche Scheu. Deshalb sollten Füchse grundsätzlich nicht gefüttert werden.
Jagd
Füchse unterliegen dem Jagdrecht. In Wohngebieten, Gärten, Parks oder anderen bebauten Bereichen ist eine Jagdausübung jedoch grundsätzlich nicht zulässig.
Sollte ein Fuchs auffälliges Verhalten zeigen oder wiederholt Probleme verursachen, wenden Sie sich bitte an den zuständigen Wildtierbeauftragten. Dieser beurteilt die Situation und entscheidet ob Maßnahmen erforderlich sind.
Verhalten des Fuchses
Füchse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Im Sommer werden sie häufig bereits in der Abenddämmerung aktiv, im Winter oft erst nach Einbruch der Dunkelheit. Während der Paarungszeit oder der Jungenaufzucht können Füchse jedoch auch tagsüber unterwegs sein. Dies ist ein natürliches Verhalten und kein Hinweis auf eine Erkrankung.
Die meisten Füchse leben in Erdbauen. In Siedlungsgebieten passen sie sich jedoch den örtlichen Gegebenheiten an und nutzen beispielsweise den Bereich unter Gartenhäusern, Schuppen oder Terrassen als Unterschlupf.
Jungfüchse sind von Natur aus neugierig und erkunden ihre Umgebung ähnlich wie Hundewelpen. Dabei spielen sie gelegentlich auch mit Schuhen, Schnüren oder anderen herumliegenden Gegenständen. Trotz ihrer Neugier bleiben Füchse Wildtiere und halten in der Regel Abstand zum Menschen.
Ernährung
Füchse sind Allesfresser. Sie ernähren sich unter anderem von Mäusen, Insekten, Regenwürmern, Früchten und Beeren. In Siedlungsgebieten nutzen sie außerdem leicht erreichbare Nahrungsquellen wie Fallobst, offene Komposthaufen, Tierfutter oder Essensreste. Durch das Beseitigen solcher Futterquellen können Füchse wirksam ferngehalten werden.
Geht von Füchsen eine Gefahr aus?
Füchse sind scheue Wildtiere und greifen Menschen grundsätzlich nicht an. Begegnen sie Menschen, ziehen sie sich in der Regel zurück. Damit dies so bleibt, sollten Füchse weder gefüttert noch angelockt oder angefasst werden.
Welche Krankheiten kann ein Fuchs auf Menschen und Tier übertragen?
Tollwut
Beim Thema Tollwut besteht häufig eine größere Sorge, als tatsächlich erforderlich ist. Deutschland ist seit 2008 offiziell frei von der klassischen Land-Tollwut. Erkrankungen beim Menschen sind hierzulande äußerst selten.
Dennoch gilt: Wildtiere wie Füchse oder Fledermäuse sollten grundsätzlich nicht angefasst oder gefüttert werden. Halten Sie bei ungewöhnlich zutraulichen oder auffällig wirkenden Tieren vorsorglich Abstand und informieren Sie gegebenenfalls die zuständige Behörde.
Sollten Sie von einem Fuchs oder einer Fledermaus gebissen oder gekratzt werden, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Die Wunde sollte sofort gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ist das Tier noch auffindbar, informieren Sie bitte zusätzlich das zuständige Veterinäramt, damit es gegebenenfalls untersucht werden kann.
Fuchsbandwurm
Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der im Darm von Füchsen lebt. Die Eier des Bandwurms werden mit dem Kot ausgeschieden und können so in die Umwelt gelangen. Eine Ansteckung des Menschen ist jedoch nur möglich, wenn diese Eier über den Mund aufgenommen werden – beispielsweise über verunreinigte Hände oder Lebensmittel.
Wichtig zu wissen: Die bloße Anwesenheit eines Fuchses im Garten oder in der Nachbarschaft erhöht das persönliche Infektionsrisiko nicht. Eine Erkrankung des Menschen ist in Deutschland sehr selten. Dem Robert Koch-Institut werden jährlich lediglich etwa 40 bis 50 Neuerkrankungen gemeldet.
Als einfache Vorsichtsmaßnahme sollten Obst, Gemüse und selbst gesammelte Waldfrüchte vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Wildtiere sollten grundsätzlich nicht angefasst oder gefüttert werden.
Räude
Räude ist ein Milbenbefall und keine Krankheit. Betroffene Füchse leiden unter starkem Juckreiz, verlieren Fell und weisen häufig kahle Hautstellen auf. Durch das starke Kratzen entstehen oft blutige Hautstellen. In einem fortgeschrittenen Stadium wirken die Tiere häufig geschwächt und zeigen weniger Scheu als gesunde Füchse.
Die Räude ist unter Füchsen ansteckend und kann auch auf Hunde übertragen werden. Für Menschen besteht hingegen in der Regel keine Gefahr. Bei Haustieren lässt sich ein Räudebefall in der Regel gut tierärztlich behandeln.
Sollten Sie einen Fuchs mit deutlichem Fellverlust, blutigen Hautstellen oder anderen auffälligen Veränderungen beobachten, melden Sie dies bitte dem zuständigen Wildtierbeauftragten. So kann beurteilt werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
Verhaltensempfehlungen
- Wildtiere grundsätzlich nicht füttern oder anfassen – auch keine Jungfüchse.
- Lebensmittel aus dem Garten sowie selbst gesammelte Waldfrüchte vor dem Verzehr gründlich waschen.
- Nach Gartenarbeiten oder einem Waldspaziergang die Hände gründlich waschen.
- Fuchskot möglichst mit Handschuhen oder einem umgestülpten Plastikbeutel aufnehmen und über den Restmüll entsorgen.
- Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen.
- Keine Lebensmittel, Tierfutter oder Speisereste im Garten liegen lassen. Mülltonnen und Kompost möglichst verschlossen halten.
- Futter für Haustiere nicht dauerhaft im Freien stehen lassen.
- Hühner, Kaninchen und andere Kleintiere durch einen ausbruchs- und raubtiersicheren Zaun schützen. Dieser sollte sowohl oberirdisch als auch unterirdisch gesichert sein, da Füchse sehr gut klettern und graben können.
- Mögliche Unterschlupfmöglichkeiten unter Schuppen, Terrassen oder Gartenhäusern verschließen, sofern sich dort keine Tiere aufhalten.
- Auffällige oder kranke Füchse bitte dem zuständigen Wildtierbeauftragten melden.
Bei einer Begegnung mit einem Fuchs
- Ruhe bewahren und dem Tier einen Fluchtweg freilassen.
- Füchse nicht anfassen, streicheln oder füttern.
- Den Fuchs nicht bedrängen oder provozieren.
- Füchse sind Wildtiere und sollten mit dem nötigen Abstand respektiert werden.
Zum Schluss
Der Fuchs ist ein heimisches Wildtier und gehört zu unserer Natur. Wir teilen unseren Lebensraum mit ihm nicht umgekehrt. Mit etwas Verständnis für sein Verhalten und einem respektvollen Umgang ist ein konfliktarmes Miteinander von Menschen und Wildtier gut möglich.
Wichtige Adressen
Ansprechpartner für Probleme mit Wildtieren in befriedeten Gebieten sind:
- Kreisjagdamt beim Landratsamt Bodenseekreis (Wildtierbeauftragter), Tel.: (07541) 204-5575
- Ordnungsamt der jeweiligen Stadt bzw. Gemeinde
Weitere Information finden Sie hier.